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DVD "PIQUE DAME" / Pariser Bastille-Oper

Gesellschaftsspiele im Irrenhaus

Piotr Tschaikowskys Oper ‘Pique Dame’ findet sich eher selten auf den Spielplänen der Opernhäuser Europas, gemessen daran, dass Tschaikowsky das Stück als sein ‘Meisterwerk’ bezeichnete. Zu fremd wirkt vielleicht die Sprache, zu komplex die Handlung, unbefriedigend auch der Anspruch der Grand Opéra, der aus Puschkins Novelle eine spektakuläre Inszenierung werden ließ. Ein Glücksfall also, wenn sich ein großes Opernhaus entschließt, dieses Werk in adäquater Weise auf die Bühne zu bringen, so geschehen 2005 an der Opéra National de Paris. Die Sängerriege ist fast ausschließlich russischsprachig, für die musikalische Leitung zeichnet Gennadi Rozhdestvensky verantwortlich. Ein Mitschnitt ist nun bei TDK als Doppel-DVD erschienen.

Das ‘russische Gegenstück zu Carmen’ behandelt die Geschichte des Unteroffiziers Hermann, der sich in die adelige Lisa verliebt. Ihr Schicksal wird jedoch bestimmt durch das Geheimnis der alten Gräfin, einer Spielerin, die ihre Liebe verschenkte, um das Geheimnis dreier gewinnbringender Karten zu erfahren. Hermann ersucht in seiner Unzufriedenheit, das Geheimnis zu ergründen und wirft so nicht nur seine Liebe, sondern auch sein eigenes Leben in die Wagschale – und verliert. Lisa bringt sich um, und er selbst landet im Irrenhaus.

Der Regisseur Lev Dodin hat die Dramaturgie der Handlung, die sehr stark von Massenszenen und Elementen der Grand Opéra geprägt ist, wieder näher an die konzentriertere Vorlage Puschkins angelehnt. Die Geschichte beginnt bereits an dem Ort, an dem sich Hermanns Schicksal erfüllt – im Irrenhaus, wo er als Gefangener die Tragödie seines Lebens gleichsam vor seinen Augen immer und immer wieder sich abspielen sieht. Dodin verzichtet auf den großen prunkvollen Dekor, auf glänzende Uniformen und prachtvolle Bilder. Alles spielt sich vor den klinikgrünen Wänden des Irrenhauses ab, in dem die handelnden Personen sich sichtlich wohlfühlen. Hermann läuft als ein bereits Gezeichneter in Morgenmantel und Schlafanzug über die Bühne, den Liebesakt mit Lisa vollzieht er im Krankenbett. Es geht hier nicht mehr nur um Spielsucht, sondern um die Krankheit einer ganzen Gesellschaft, um chronische Unzufriedenheit und Identitätskrisen. Die drei Karten, die vermeintlich Gewinn und Glück bringen, stehen für das unbezwingbare Verlangen, immer höher und höher zu pokern, um jeden Preis zu gewinnen – und dabei das Leben selbst zu verspielen. Die Mauern der Klinik umgeben auch uns selbst; Dodin gelingt es, die historische Erzählung in die heutige Lebenswelt abstrahiert zu übertragen, ohne dabei selbst-referentiellem Regietheater zu verfallen.

Auch musikalisch lohnt sich diese Aufnahme in jeder Hinsicht. Vladimir Galouzine ist ein darstellerisch wie sängerisch eindrücklicher Hermann. Die Krankheit und den Wahnsinn zeigt er in aller Drastik, gleichzeitig nachvollzieht er die ganz unterschiedlichen Gefühlsregungen der Musik auf reiche Art und Weise. Seine Tenorstimme kennt dabei keine Grobheiten, auch die mit heldentenoralem Impetus gestalteten Passagen fügen sich hervorragend ins große Ganze ein. Ihm zur Seite steht Hasmik Papian als Lisa, die den Spagat zwischen Verletzlichkeit und sinnlichem Selbstbewusstsein musikalisch wunderbar meistert. Irina Bogatcheva ist die geheimnisum-witterte Gräfin, mit großer Bühnenpräsenz und würdevoller Aura in der Stimme.

Im Orchestergraben leitet Gennadi Rozhdestvensky ein farbenreiches Pariser Orchester, das leider dynamisch gelegentlich etwas untergeht. Rozhdestvensky ist in der russischen Musik wie kaum ein Zweiter zuhause, man hört es ihm an in malerisch gestalteten Phrasen, satt ausgewogenem Orchesterklang und spannungsreicher Gestaltung der Partitur. Somit ist dieser Mitschnitt eine lohnenswerte Bereicherung im diskographischen Tschaikowsky-Repertoire.

Jeweils vier Sterne in den Kategorien:
"Interpretation", "Repertoirewert" und "Regie"

Paul Hübner, Klassik.com


CD "HOMMAGE À KOMITAS"

Zweite Rettung eines bedeutenden
Menschheitserbes

Der Sopran Hasmik Papians, sehnsuchtsvoll und weithin tragend, dringt wie von fernen Bergen zu uns herüber. Pater Komitas betrifft jeden Menschen, er schuf keine exklusive Nationalmusik. Freilich vergegenwärtigen so berühmte Lieder wie „Ohne Obdach“ (Antuni), „Rufe, Kranich“ (Kantsche, Krunk) und „Ach, liebes Reh“ (Ach, Maral djan) das Schicksal des armenischen Volkes; in ihrer Mischung aus slawischem Tiefsinn und orientalischen Verzierungen sind sie durchaus eigen – aber ihre Botschaft ist ebenso human wie universell. Ein bedeutendes Erbe der Menschheit! Komitas sammelte tausende dieser Bauernlieder um 1900 kurz vor ihrer Vernichtung und bearbeitete sie als Chor- oder Klavierlied. AUDITES Edition kommt einer zweiten Rettung gleich.

Volker Tarnow (Partituren - Nr. 7), 1. 11. 2006


Die Lieder des Komitas

Der armenische Geistliche Pater Komitas (1869-1935) war ein eminenter Musiker. 1915 bewahrte ihn das Schicksal auf wundersame Weise vor dem Genozid der Armenier durch die Türken. Am 24. April 1915, dem Tag, an dem der staatlich organisierte Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich begann, wurde Komitas in Konstantinopel mit einigen Hundert weiteren armenischen Intellektuellen verhaftet und deportiert. Während fast alle anderen Deportierten ermordet wurden, ordnete Innenminister Talaat Pascha die Rückkehr von acht Häftlingen an, darunter auch Komitas. Vermutlich hatten der amerikanische Botschafter Henry Morgenthau und der Dichter Emin Yurdakul für Komitas interveniert. Doch bei seiner Rückkehr fand der Komponist seine wertvolle Sammlung von Liedern verwüstet vor. Was erhalten blieb, befand sich in chaotischem Zustand. Er konnte sich von den Geschehnissen, die er miterleben musste, nicht mehr gänzlich erholen. Freunde lieferten ihn im Jahr darauf wegen seines sich zunehmend verschlechternden psychischen Zustandes in ein türkisches Militärhospital ein. Von dort wurde er 1919 nach Paris gebracht, wo er zunächst in eine Privatklinik in Ville-Evrard eingewiesen wurde. Ab 1922 bis zu seinem Tod im Jahr 1935 lebte er völlig in sich zurückgezogen in der psychiatrischen Klinik von Villejuif.

Komitas hatte also, wie Bartok und Kodaly, Volksmusik gesammelt und dazu Armenien kreuz und quer bereist. Er komponierte aber auch viele eigene Lieder (u.a. auf Texte von Goethe, Lenau, Storm und Uhland) und blieb dabei dem Stil des armenischen Lieds treu. Aus dem, was aus seinen Sammlungen erhalten geblieben ist, schöpften die armenische Sopranistin Hasmik Papian, eine Sängerin, die uns hier in Luxemburg in so manchen denkwürdigen Opernaufführungen schon so viele schöne Stunden bescherte, und der armenische Pianist Vardan Mamikonian, 35 Titel, die ein eindrucksvolles Programm ergaben, dessen Wirkung man sich nicht entziehen kann, sofern man bereit ist, dieser wunderschönen Musik und den tiefschürfenden Texten seine Aufmerksamkeit zu widmen.

Rémy Franck (Pizzicato - 11/2006) 01.11.2006
- Ausgezeichnet mit dem Supersonic Award! -


Der armenische Bartók

Wenn es ihn nicht gegeben hätte, wäre vielleicht der unvergleichliche Schatz der armenischen Volksmusik für immer verloren gegangen: Soghomon Soghomonian (1869-1935), bekannt und bei seinen Landsleuten bis heute legendär unter seinem Priesternamen Komitas. Ähnlich wie Bartók, mit dem er oft verglichen wird, sammelte er unzählige Volksweisen seines Landes und veröffentlichte sie in Gestalt von Liedern und Chorwerken. Bei der Geistlichkeit stieß er damit keinesfalls durchgehend auf Gegenliebe. Das hinderte ihn nicht daran, die Musik Armeniens im Ausland, vor allem in Paris, bekannt zu machen – und dies mit großem Erfolg: Zu seinen Bewunderern gehörte Debussy. Während des Genozids an den Armeniern 1915 bis 1917 entging er der Ermordung, wurde jedoch deportiert. Nach seiner Freilassung aufgrund von Intervention war er ein gebrochener Mann und beschloss sein Leben in einer psychiatrischen Klinik in Frankreich.

Komitas wird oft allzu einseitig als Sammler von Volksmusik betrachtet; dabei war er auch ein Komponist von großer Eigenart, der in seinen Liedern die Grundzüge der armenischen Folklore zu etwas sehr Persönlichem verarbeitete, das in der Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts keine Vorbilder hat. 26 dieser Lieder präsentiert die armenische Sopranistin Hasmik Papian im Duo mit dem Klaviervirtuosen Vardan Mamikonian auf sehr geschmack- und gefühlvolle, jedoch nie sentimentalisierende Art; man spürt die tiefe Verbundenheit der Interpreten mit der Musik ihres Landsmanns. Als Zugabe gibt es neun bislang größtenteils unveröffentlichte Lieder auf deutsche Texte, die Komitas während seines Studiums in Berlin zwischen 1896 und 1899 schrieb – sympathische Miniaturen, die das Bild dieses Komponisten ergänzen, ohne indes Wesentliches hinzuzufügen.

Thomas Schulz (Fono Forum - 12/2006)
01.12.2006


Armenische Seele

‘Armenien wird leben, solange die armenische Musik lebt.’ Und sie am Leben zu erhalten, mehr noch, sie zu sich selbst zu führen, betrachtete der armenische Sänger, Chorpädagoge und Komponist Komitas (1869-1935) als seine höchste Pflicht. Als Soghomon Soghomonian im Osmanischen Reich geboren, wurde er mit 24 Jahren in Edschmiadsin (nahe Jerewan, Hauptstadt der heutigen Republik Armenien) zum Priester geweiht, zeigte musikalisch jedoch eindeutig mondäne Tendenzen. Zeit seines Lebens sollte sich daher sein Wirken im Spannungsfeld von geistlicher und säkularer Sphäre bewegen. Von Seiten der Kirche sah er sich heftigen Anfeindungen wegen intensiver Bemühungen um das ‘primitive’ armenische Volksliedgut gegenüber, das er umfänglich zusammentrug und als klavierbegleitete Kunstlieder setzte, jedoch kaum publizieren durfte. Ein Stipendium ermöglichte ihm ausgedehnte Studien in Berlin, wo er, inspiriert durch Verdi und Wagner, von der (niemals vollendeten) Komposition einer armenischen Nationaloper träumte. Trotz großer Erfolge vor allem in Paris kehrte er stets in seine Heimat und nach Edschmiadsin zurück.

Während Repression und Völkermord geriet Komitas dies zum Verhängnis: 1915 wurde er zusammen mit hunderten anderer Intellektueller verhaftet für mehrere Wochen in ein Deportationslager bei Ankara gebracht – eine Erfahrung die ihn veränderte. Sein Geisteszustand verschlechterte sich kontinuierlich, die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er in verschiedenen psychiatrischen Anstalten. Diesem höchst bewegten und zutiefst bewegenden Leben setzen die armenische Sopranistin Hasmik Papian und ihr Landsmann Vardan Mamikonian mit ‘Hommage à Komitas’ nun ein klingendes Denkmal. Neben 26 armenischen Liedern wurden auch neun (erst 2005 durch beide Künstler uraufgeführte) Vertonungen deutscher Lyrik (u. a. von Goethe, Lenau und Uhland) für das Album ausgewählt.

Komitas’ Musik befindet sich, korrespondierend zu den latent sehnsuchtsvollen, schwermütigen Volks-liedtexten, stets in einem Zustand schwebender Melancholie, die nur gelegentlich von lichten Momenten emotionalen Aufblühens oder des Humors durchbrochen wird. Die innige Schlichtheit der Melodik, die Transparenz des oft minimalistischen Klaviersatzes und das spezielle Kolorit von Komitas’ Tonsprache machen jedes Lied zu einer gehaltvollen Miniatur, einer Momentaufnahme der armenischen Seele.

Andreas Schubert (www.klassik.com - 12/2006)
13.12.2006

Armenisch und abendländisch

Es ist mehr als verdienstvoll, dass die Sopranistin Hasmik Papian im Juli 2005 eine hinsichtlich des Liedschaffens von Komitas umfangreiche CD-Einspielung produzierte. Diese Edition ist nicht nur umfassend, sondern einmalig. Außer 26 armenischen Liedern enthält das neueste Album neun im Original deutschsprachige Komitas-Lieder. Der Brückenschlag zwischen armenischer Musikauffassung und mitteleuropäischer Musikgeschichte ist vorzüglich gelungen. Hasmik Papian singt jedes Lied einfühlsam. Ihr schlichter Gesang kennt keine dramatische Überzeichnung, sondern konzentriert sich auf die den Gedichten eigene und von Komitas kompositorisch eingefangene Nachdenklichkeit. Ebenso konzentriert agiert Vardan Mamikonian, der sich vollkommen in den melodischen Gestus aller Lieder einfühlt, als kompetenter Partner am Klavier. Im idealen Zusammenspiel von Stimme und Klavier offenbart jedes Komitas-Lied, gleich ob deutschsprachig oder armenisch, eine innige Vertrautheit der Interpreten mit der Lyrik. Hasmik Papian und Vardan Mamikonian haben ihre „Hommage à Komitas“ im Jahr seines 70. Todestages konzipiert und aufgenommen. Sie ist ein wichtiges Dokument geworden. Ihr editorischer Wert ist bereits durch die kompetente Interpretation hinreichend gesichert, wird aber zusätzlich durch ein umfangreiches Booklet mit informativem Essay von Claude Mutafian und die mehrsprachig – deutsch, englisch, französisch und armenisch in der Original-schrift – abgedruckten Gedichttexte gesteigert. Und weil nicht die Interpreten, sondern der Komponist Komitas im Vordergrund steht, ist auch dessen letztes Vokalwerk, das 1915 geschriebene „Kindergebet: Vater unser“, aufgenommen worden. Komitas ver-zichtet dabei ganz auf einen stützenden Klavierpart. Für Hasmik Papian war das wohl ein ganz eigener Ansporn: Sie singt dieses Solo besonders anrührend.

Ludolf Baucke, Armenisch-Deutsche Korrespondenz Nr. 133/134 – Jg. 2006, Heft 3 & 4



NORMA


Norma – eine Oper für Diven

Die Partie der Norma ist für einen dramatischen Sopran mehr als riskant. Hasmik Papian sprang im letzten Moment für fünf Vorstellungen für Susan Neves in der Titelrolle ein. Weit entfernt von dem Orkan, den manche als Norma erwarten, beginnt sie ihren ersten Auftritt (mit der berühmten Arie „Casta diva“) piano. Die Sängerin geht ohne Bruch vom Piano zum Forte über und beendet ihre große Arie mit einigen verdammt guten messe di voce… Im gesamten Verlauf der Aufführung ist ihr Legato prachtvoll, die Stimme nicht nur einfach spektakulär in ihrer Agilität, sondern auch von ganz eigener Schönheit. Dazu kommt noch eine vollendete, einfühlsame und intelligente Anlage der ganzen Rolle, mit der sie bestens vertraut ist – hat sie sie doch mit Erfolg auf den glanzvollsten Bühnen der Welt gesungen. Für diese Partie, bei der man sich immer fragt, ob sie besser von einer Wagnerheldin oder von einer Belcantosängerin gesungen werden sollte, imponiert Hasmik Papian mit einem ganz persönlichen und dramatisch wirksamen Stil. Was die stilistische und technische Herangehensweise betrifft, ist sie Joan Sutherland näher als Maria Callas; ihre gallische Priesterin ist auf halbem Wege zwischen der vom Kindsmord besessenen Mutter, die die Callas verkörperte, und der Zerbrechlichkeit, die die Caballé daraus destillierte, angesiedelt.

Frau Papian hätte einen schöneren Rahmen verdient als ein armseliges Bühnenbild und mittelmäßige Comprimari. Doch alles ruhte auf ihrer Interpretation; und diese Oper für eine Diva bewahrt allen Reiz, wenn die Interpretation der Sängerin gelingt – selbst dann, wenn sie nicht vom Besten umgeben ist. Aber das Glück kam auch aus dem Graben. Unter der musikalischen Leitung von Jean-Yves Ossonce, den größten Dirigenten ebenbürtig, zeigt sich das Orchestre National de Montpellier mit vollendeter Meisterschaft. Ossonce meidet alle Klippen der Partitur und erweist sich als vollendeter Kenner der Orchestrierung Bellinis. Der Dirigent huldigt dem rubato in der notwendigen Weise und imponiert vom Augenblick, wenn der Vorhang aufgeht, an mit einer Lesart, die alle Gipfel stürmt.

Nicolas Pierchon in www.resmusica.com,
26. Juni 2007

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Spektakuläre "Norma":
Eine überragende, alles umfassende
Darstellung von Hasmik Papian

Opera Colorado hat die in Wien lebende Sopranistin für diese Inszenierung nach Denver geholt, und es ist leicht nachzuvollziehen, warum. Hasmik Papian ist in dieser Partie, die als eine der schwierigsten des gesamten Opernrepertoires gilt, sehr versiert; sie beeindruckt in jeder Hinsicht und bringt Normas Kraft, Charisma und Verletzlichkeit zwingend rüber.

Vor allem gelingt es ihr, die unendlichen stimmlichen Herausforderungen dieser Rolle – die Sprünge über zwei Oktaven, die teuflisch schwierigen Ornamentierungen und die schnell wechselnde Dynamik – geschickt zu bewältigen, und das mit fast perfekter Artikulation und atemberaubender Phrasierung; jeder Ton ist an seinem Platz. Sie verfügt anscheinend über ein unbegrenztes Reservoir an Stimmfärbungen; sie kann kraftvoll sein und verführerisch. Ihr Gesang ist immer schön, die Spannung läßt nie nach – trotz der immensen Kraftanstrengung, die diese Rolle erfordert.

Denver Post, 21. 2. 2006


Die Art von Gesangskunst, von der wir
nur träumen können!

Hasmik Papian bewies, daß die Vorschußlorbeeren für ihre Norma höchstens eines waren: untertrieben. Die armenische Sopranistin schwang sich durch die unmöglichen Anforderungen der Rolle hindurch immer weiter empor und gestaltete dabei eine unerwartet menschliche Charakteristik der Rolle. Ihr „Casta Diva“ war schwebend, fesselnd und wunderbar zentriert, mit einem unvergesslichen diminuendo). Ganz ihr ebenbürtig, verlieh Irina Mishura der Adalgisa eine kraftvolle Stimme, elegante Grazie und Anmut. Ihre Duette mit der Papian nahmen den Openliebhabern den Atem.

Rocky Mountain News, Denver (Colorado), 18. 2. 2006



Kritik Norma.jpg

Mach Platz, Maria!

Vor einem halben Jahrhundert wurde Maria Callas zur Königin des Belcanto, jenem reich verzierten Gesangsstil, der Singen in Stimmakrobatik verwandelte. Doch ihre Regentschaft endete, seitdem Hasmik Papian sich die Rolle der Norma – Vincenzo Bellinis antike Druiden-Hohepriesterin, die zuvor die Paraderolle der Callas gewesen war – aneignete.

Der Thron gebührt nun eindeutig der Papian, die am Donnerstag, 16. Februar 2006, an der Opera Colorado debütierte, wo „Norma“, Bellinis stimmliche Extravaganz aus dem Jahr 1831, erstmals aufgeführt wurde. Die armenische Super-Sopranistin brachte das Publikum im voll besetzten Ellie Caulkins-Opernhaus dazu, den Atem anzuhalten – aus Ehrfurcht vor der Kraft und der Mühelosigkeit, mit der sie sich Bellinis Herausforderung gewachsen zeigte.

In gewissem Sinn verkörpert die Papian zwei Stimmtypen in eins: auf der einen Seite ein dramatischer Sopran mit einer vollen, körperreichen Stimme und dem Mumm, sie durch die gesamte Skala von Normas gemarterter Emotionalität zu tragen; zugleich kann sie sich mit den besten lyrischen Stimmen messen, die es heute gibt, was Zartheit und Geläufigkeit angeht. „Norma“ ist in langen melodiösen Phrasen geschrieben, und Hasmik Papian versteht es, ihnen Form, Farbe und Ausdauer zu verleihen. Ihr dabei zuzuschauen, ist wie eine Meisterklasse in Gesang.

Die in Russland geborene Mezzosopranistin Irina Mishura als Adalgisa ist der Papian eine ebenbürtige Partnerin in den Duetten, die das Herz der Partitur bilden. Das ist bestes Teamwork, und es bringt eine dramatische Kraft in die Handlung, die man in Bellinis melodischer Einfachheit nicht sofort vermutet. Die beiden fegen jene Witzbolde beiseite, die „Belcanto“ mit „unsinniges Libretto“ übersetzen. Papian und Mishura bewegen sich von einem emotionalen Extrem zum nächsten und legen damit die Verletzlichkeit frei, die die Geschichte überzeugend macht – und anrührend.

“Norma” ist ein Triumph für Opera Colorado; die wenigen Restkarten dürften schon bald ausverkauft sein.

Daily Camera, Boulder (Colorado), 18. 2. 2006

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Ein großer Abend für “Norma”-Liebhaber

Eine Idealbesetzung der Titelrolle und eine ungewöhn-lich gute Ensembleleistung machten den 12. Oktober zu einem großen Abend für „Norma“-Liebhaber. David DiChiera, Intendant der Michigan Opera, hatte die Inszenierung von Bellinis Meisterwerk 1989 (für Opernverhältnisse ein Lichtjahr her) herausgebracht; die Titelpartie sang niemand geringerer als Joan Sutherland. Danach lagerte er Bühnenbild und Kostüme in der Hoffnung ein, eines Tages werde sich eine ebenbürtige Besetzung dafür finden lassen – und so war es in dieser Wiederaufnahme.

Norma ist für die armenische Sopranistin Hasmik Papian zur Paraderolle geworden. Sie singt mit außergewöhnlich warmem Ton – ein goldener Klang von opulenter Süße – und bemerkenswert ausgeglichener Tessitur. Sie verfügt über die Größe, die stilistische Anmut und das Gefühl für die Linie, die zum idealen stimmlichen Profil für die Rolle der Druidenpriesterin gehören, wie auch ein ätherisches „Casta Diva“ belegte. Hasmik Papian verlieh den zahlreichen Ensembleszenen mit Norma sichere stimmliche Balance, ohne den Versuch zu machen, sich damit in den Vordergrund zu drängen – eine sehr seltene Qualität unter den Diven, die diese schwierige Rolle singen.

Irina Mishura war eine ideale Partnerin für Papian; das Duett „Mira, o Norma“ mit der Cabaletta "Sì, fino all’ore estreme“ waren Höhepunkte des Abends.

John Koopman, Opera News,
New York City, December 2005

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„Norma“ an der Montrealer Oper

Die Opéra de Montréal hatte mit der Besetzung der Armenierin Hasmik Papian, die als Norma seit 1999 international Furore macht, auf Sicherheit gesetzt; die Sopranistin erfüllte die Erwartungen mit ihrem langen Atem, der sich den Gesangslinien in Bellinis Partitur mit einem Minimum an Brechungen und sublimen dynamischen Abstufungen anschmiegt. Weniger wild als Callas, weniger stratosphärisch als Sutherland, nähert sich ihre Kunst – und übrigens auch ihre Konzeption – eher Montserrat Caballé an, eine Nachfolge, die auch einige sublime decrescendi auf lang ausgehaltenen Spitzentönen nahe legen.

Le Devoir, Montréal, 20. 9. 2005


Eine Stimme wie mit der
goldenen Sichel geformt

Zum Saisonauftakt hat Norma, die Oberpriesterin der Druiden, uns entzückt, uns gefesselt und uns bewegt. Die armenische Sopranistin Hasmik Papian muß man sich merken. Die Stimme hat den für die Partie nötigen Umfang; darüber hinaus verfügt die Künstlerin über große Gaben als Tragödin. Allen Opernfans ist die Ikone Maria Callas präsent; aber das was wir am Samstagabend in Montreal gehört haben, ist ganz auf der Höhe der großen Sängerinnen, die es mit dieser schwierigen Rolle aufgenommen haben.

www.resmusica.com, September 2005


Norma hat den ganzen Saal verzaubert

Hasmik Papian als Norma hat eine sublime Leistung erzielt und damit von ihrem ersten Auftritt an die Bravos der Zuschauer geerntet. Sie hat den ganzen Saal verzaubert und mit ihrer Darbietung deutlich gemacht, über welche Meisterschaft sie nach so vielen Jahren in dieser Partie verfügt. Die Rolle ist als eine der schwersten Sopranpartien bekannt, doch ich habe nicht gezögert, mich den Ovationen des Publikums anzuschließen. Beim Zuhören habe ich mehrfach Gänsehaut bekommen – zunächst durch die Stimme, aber auch durch das schauspielerische Talent, mit dem sie in ihren Bann schlägt. Es ist ihr gelungen, die Zerrissenheit der Figur spürbar werden zu lassen. In einem Interview mit Pierre Vachon sagt die Sängerin: „Für mich ist Norma eine moderne Frau; sie ist wie alle Frauen heute.“ Und genau so spielt sie die Rolle auch und begeistert das Publikum damit zu ungewöhnlichem Beifall.

Le Délit, Montréal, 20. 9. 2005


Jubelnde Zustimmung

Am Samstagabend hat die Opéra de Montréal den Sieg davongetragen. Jeder der in der Ära nach Maria Callas eine Aufführung von „Norma“ gesehen hat, weiß, daß das Publikum wie auf Nadeln sitzt bis die Oberpriesterin der Druiden ihre Arie „Casta Diva“ im ersten Akt beendet hat. Wird sie die richtige, schimmernde Intensität mitbringen und die Kraft haben, die Höhen mit Leichtigkeit zu erklimmen? Wenn ja, dann wird sie den Abend bewältigen können. Wenn nicht, dann – ja, dann beginnt eine andere Art von Tragödie. Als die Schlußakkorde von Normas Anrufung des Mondes in der Salle Wilfred Pelletier verklungen waren, bekundete das Publikum seine jubelnde Zustimmung zu Hasmik Papian als Norma.

Für die armenische Sopranistin ist die Rolle nicht neu. In der Tat hat sie einen Gutteil der letzten zehn Jahre damit verbracht, sich die Rolle in ganz Europa und seit einiger Zeit zunehmend auch diesseits des Atlantiks zueigen zu machen. Ihre Interpretation der mächtigen und gequälten geistigen Führerin der unterdrückten Gallier ist vollkommen. Sie hat eine kräftige Stimme von reicher Textur, und sie ist eine Schauspielerin. Bei einer weniger guten Besetzung kann der zweite Akt zu einer Reihe von schlecht angelegten Melodramen verkommen. Normas innerer Kampf darum, ob sie ihre Kinder durch Mord vor der Versklavung bewahren soll oder sie am Leben lassen und einem ungewissen Schicksal überlassen soll, war ganz und gar glaubhaft.

The Globe and Mail, Toronto, September 2005


Die Montrealer Oper präsentiert sich
verschwenderisch und kraftvoll

L'Opéra de Montréal opened brachte am Samstag eine gelungene „Norma” zur Premiere. Die armenische Sopranistin Hasmik Papian bewies eine kraftvolle präsenz in der Titelrolle, und Musikdirektor Bernard Labadie dirigierte eine sensible und dramatische Vorstellung.

Bei ihrem Debüt an der Montrealer Oper lies Papian ihren reichen, schrecklich schönen Sopran auf lyrische Weise erklingen und schmiegte sich jeder Gesangslinie mit Sensibilität und Finesse an. Sie war dabei auf wunderbare Weise überzeugend.

Times Argus, Barre (Vermont, USA),
September 2005

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„Norma“: Zum Sterben schön

Vincenzo Bellinis dramatische Oper „Norma“ ist der Rubikon jeder Sängerin, die eine Diva sein möchte. Was auch immer die Sopranistin zuvor erreicht hat: wenn sie diese extrem schwere Titelrolle – die von vielen als das Gegenstück zu Hamlet angesehen wird – meistern kann, betritt sie augenblicklich die luftigen Regionen eines Stars, ebenbürtig einer Maria Callas oder einer Joan Sutherland. Die meisten Kritiker und Musikwissenschaftler betrachten nur die Partie der Brünhilde in Wagners Ring-Tetralogie als noch größere Herausforderung für einen Sopran.

Die Washington Opera war klug genug und hatte das Glück, für die erste Inszenierung von „Norma“ überhaupt an diesem Haus, deren Premiere in dieser Woche in der DAR Constitution Hall stattfand, die hervorragende armenische Sopranistin Hasmik Papian als Bellinis leidenschaftliche Druidenpriesterin zu engagieren. Die Qualität ihrer Darbietung bei der Premiere war zum Sterben schön und inspirierte die gesamte Besetzung zu neuen persönlichen Höchst-leistungen in musikalischem Können.

Hasmik Papians stimmliche Ausdrucksbreite ist erstaunlich, und das muß sie auch sein, vor allem in „Casta Diva“ („Keusche Göttin“), Normas lichtvoller Auftrittsarie. Mit technisch gekonntem Legato und einer instinktiven Sensibilität für die Akustik des Ausweichquartiers der Washington Opera, gleitet Hasmik Papian mühelos von forte zu pianissimo in ihrer beinahe unerträglich schönen Wiedergabe dieses Gebets an die Göttin des Mondes.

Für den Rest der Oper zwischen Wüten und stillem Flehen schwankend, ist Norma eine Rolle, die alle musikalischen und emotionalen Höhen und Tiefen durchläuft. Hasmik Papians kristallklare Stimme geleitete das Publikum durch jede Nuance mit einer scheinbaren Leichtigkeit, die die harte Arbeit vergessen ließ, die dafür erforderlich ist. Es war eine atemberaubende, herzbrecherische, unvergeßliche Aufführung.

HÖCHSTE WERTUNG: VIER STERNE

T.L. Ponick, The Washington Times,
September 2003


Die Washington Opera gräbt pures Gold aus
mit Hasmik Papian in der Titelrolle von ‚Norma’

Genau im richtigen Augenblick ging am Dienstag der Mond über der Constitution Hall auf, als das Premierenpublikum zur Aufführung einer Oper strömte, die vor allem für ihr exquisites Gebet zur „keuschen“ und „unverschleierten“ Göttin des Mondes berühmt ist. Der Anblick dieses Silbermondes sollte sich als gutes Vorzeichen erweisen.

Bellinis „Norma“, eines der Meisterwerke des als bel canto bezeichneten italienischen Stils, ist bekanntermaßen schwer zu inszenieren, vor allem wegen der technischen und interpretatorischen Anforderungen, die es an die Sopranistin in der Titelrolle stellt. Was das anbetrifft, muß jeder Sänger in der Besetzung es mit Bellinis eloquenten, chopinesken Melodien aufnehmen können, und muß auch einen Weg finden, die Musik ebenso wie das Drama mit emotionaler Wahrhaftigkeit zu erfüllen. Der Neuinszenierung der Washington Opera glückt das auf bewundernswerte Weise, zumindest da, wo es darauf ankommt.

Ohne Umschweife: Norma steigt und sinkt mit der Kraft der Norma. Als Druidenpriesterin, die ihre heiligen Eide vergißt und sich ausgerechnet mit einem römischen Besatzer einläßt, stellt Norma das Zentrum der Oper jenseits von Gut und Böse dar. Sie muß davon überzeugen, daß sie tief im Herzen eine anständige Frau ist und am Ende auch edel. Wir können nur an sie glauben, wenn ihre Stimme uns ebenso fest im Griff hat wie Bellinis Gesangslinien. Und wenn es ihr gelingt, uns gleich zu Beginn mit ihrem Gebet an den Mond, „Casta diva“, zu gewinnen.

Gar manche Sopranistin ist von den langen, gespannten Phrasen dieser Arie so überfordert, daß sie sich gewünscht hätte, die Partie wäre lieber mit einer anderen “keuschen Diva” besetzt worden. Aber mit Hasmik Papian hat die Washington Opera pures Gold ausgegraben. Von den ersten Tönen ihrer Auftrittsszene an bewies die Sängerin am Dienstag ihren Anspruch auf die Rolle und die Partitur.

Das war wirklich vollendetes Können. Intensiviert durch ein dunkel glühendes tiefes Register, zog ihre Stimme die Aufmerksamkeit auf sich, während ihre Phrasierungskunst die Schönheit der Musik und des Dramas gleichermaßen einfing.

Tim Smith, The Baltimore Sun,
September 2003


Eine Stimme, die Bellinis „Norma“
zum Klingen bringt

Bellinis „Norma“ ist eine der am schwierigsten zu besetzenden Opern. Es ist ein monumentales Meisterwerk des 19. Jahrhunderts und die Nachfrage danach ist groß. Aber die Titelpartie ist so monumental schwer und riskant, daß es selten genug Sängerinnen gibt, die es damit aufnehmen können. Sopranistinnen, die in dieser Rolle versagen, wie z.B. Jane Eaglen vor einiger Zeit auf katastrophale Weise an der Metropolitan Opera in New York, werden von diesem Fluch nicht so leicht erlöst. Die Partie wird als heilig angesehen, und wenn jemand Hackfleisch daraus macht, bleibt das, wie bei Hamlet, im Sündenregister verzeichnet wie ein Fehltritt.

Die armenische Sopranistin Hasmik Papian, die die Norma am Dienstagabend in einer Neuinszenierung an der Washington Opera (als Erstaufführung an dieser Oper) sang, ist keines Vergehens gegen die Partie schuldig. Die nötigen Talente, die nur aus guten Genen und den Gaben der Natur erwachsen, hat sie im Überfluß. Die Papian kann Norma, eine Partie, die Bellini selbst einmal „enzyklopädisch“ genannt hat, singen – und zwar auf die Art und Weise, auf die es am meisten ankommt: Ihre Stimme hat die richtige Größe, besitzt eine gute Klarheit, glänzend polierte üppige Geläufigkeit und eine beeindruckende Ausdruckskraft…ihr Gesang ist fabelhaft. Die Koloraturen waren exakt und mit der richtigen Intonation gesungen, und gut verwoben mit der größer angelegten lyrischen Tessitur der Rolle.

Die Szenen mit Norma und Adalgisa, einem Mezzosopran, gehören zu den eindrucksvollsten und sinnlich berührendsten der Oper; als ob man mit der Hand ein perfekt gedrechseltes Geländer entlangfährt, während man ein dunkles gothisches Treppenhaus hinabsteigt. Hasmik Papian und Mezzosopran Irina Mishura ließen diese Momente magisch erscheinen, indem sie ihre Stimmen zu ebenbürtiger Leichtigkeit fügten, perfekt getimed und ausbalanciert.

Es war umso beeindruckender angesichts der zusätzlichen Schwierigkeit im Ausweichquartier der Washington Opera bis zur Wiedereröffnung des Kennedy Centers im nächsten Frühjahr, der Constitution Hall. Das Orchester, unter der Leitung von Emmanuel Villaume, sitzt hinter den Sängern; um mit dem Dirigenten Kontakt zu halten, sind sie auf Monitore rund um die Bühne angewiesen.

Der eine Vorteil einer solchen Anordnung ist die Nähe der Sänger. Wenn die Musik so gut und das Drama so dicht bei den Zuschauern ist, kann fast nichts schief gehen. Die neue „Norma“ der Washington Opera kann wärmstens empfohlen werden, für Opernanfänger und Kenner gleichermaßen.

Philip Kennicott, The Washington Post,
September 2003


Reine Magie

In dieser Saison kommt an der Washington Opera zum ersten Mal überhaupt Vincenzo Bellinis ‚Norma’ auf die Bühne. Und trotz der Widrigkeiten der DAR Constitution Hall gelingt es der Inszenierung auf brillante Art und Weise, die seltsame spirituelle Welt der Druiden auf die Bühne zu bringen, in der wir die emotionale Entblößung ihrer Hohepriesterin, Norma, erleben.

Hier ist beinahe alles gelungen, aber der Erfolg der Inszenierung ist der armenischen Sopranistin Hasmik Papian zuzuschreiben, die Norma singt. Mit ihrer unglaublich intensiven, und doch überlegen subtilen Darbietung trägt die Papian die ganze Oper von dem Moment an, wenn sie ihren Fuß auf die Bühne setzt.

‚Norma’ ist als bel canto-Oper bekannt, ein Begriff, der im Wesentlichen die Art und Weise beschreibt, wie der Sänger von einem Ton zum nächsten fortschreitet. Im bel canto ist das Ideal, das Gefühl eines ständigen Gleitens zu erzeugen, indem die Phrasen und Stimmungen von Delikatesse getragen sind. Hasmik Papian ist eine sublime Könnerin in dieser Kunst, indem sie mit samtener Geschmeidigkeit singt und die Töne mit ihrer Stimme förmlich umarmt. Es ist reine Magie. Ihre Wiedergabe der berühmten Arie „Casta Diva“ im ersten Akt war glänzend und zugleich voll von unterlegter emotionaler Düsterkeit.

Hasmik Papians Priesterin ist ein Phänomen. Man spürt das junge, willensstarke Mädchen in Norma, das anstelle der Ausstrahlung einer jungen Schönheit nun die magische Anziehungskraft einer geistig und moralisch ihrer selbst gewissen erwachsenen Frau hat. Sie läßt uns die Großartigkeit des Kampfes mit ihren Gefühlen erleben, wenn ihre Augen uns wie Laserstrahlen durchbohren: in einem Augenblick wie glühende Kohlen der Rache, im nächsten weich und verletzbar.

Diese Inszenierung ist eine der besten, die die Washington Opera in einer Reihe von Spielzeiten herausgebracht hat. Um sie nicht zu verpassen, ist alles erlaubt: betteln gehen, einen Kredit aufnehmen oder zum Dieb werden.

Kate Wingfield, MetroWeekly, Washington DC,
September 2003

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Streit um Norma-DVD

Hasmik Papian hat 2003 mit viel Idealismus und großem Enthusiasmus in einer Verfilmung der Bellini-Oper "Norma" in ihrem Heimatland Armenien die Hauptrolle übernommen. Gedreht wurde an spektakulären Schauplätzen; als Kulisse für das Drama zwischen Druiden und Römern im antiken Gallien dienten u. a. der griechische Tempel von Garni aus dem 1. Jh., die Ruinen der Palastkirche von Zwartnotz und das Höhlenkloster Geghard. Der Film von Boris Airapetian wurde 2005 erstmals im Kino gezeigt (u. a. in Russland und in Eriwan). Die Sopranistin hatte jedoch keine Gelegenheit, ihn zu sehen.

Umso größer war ihr Entsetzen, als ihr eine DVD-Veröffentlichung des "Norma"-Filmes auf dem renommierten Label Decca der Firma Universal in die Hände fiel und sie feststellen musste, dass im 2. Akt weite Teile der DVD mit Aufnahmen anderer Sängerinnen unterlegt waren. Die Künstlerin sah sich gezwungen, gegen die Verbreitung dieser DVD einzuschreiten und stellte vor dem Münchener Landgericht den Antrag auf einstweilige Verfügung. Das Gericht teilte im wesentlichen ihren Standpunkt; es kam jedoch zu einer außergerichtlichen Einigung mit Universal Deutschland. Die DVD wurde inzwischen aus dem Handel genommen und wird eingestampft. Der Vorfall fand ein unerwartetes Medienecho; hier Auszüge aus den Ausgaben zweier Zeitungen vom 18. Januar 2007.

Süddeutsche Zeitung
Abendzeitung München

Weiterhin im Handel ist die bei opus arte verlegte "Norma"-DVD mit Hasmik Papian in der Titelrolle, die auf der Amsterdamer Inszenierung von Guy Joosten beruht.

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Packende „Norma“ in Amsterdam

Nelly Miriciou sang nicht; an ihrer Stelle sprang die armenische Sopranistin Hasmik Papian ein. Und was für eine Vorstellung hat sie uns abgeliefert! Sie verfügt über alle Töne in dieser unglaublich schwierigen Partie, und sie sang sie mutig und überzeugend. Sie war in der Lage, bravouröse Koloraturen auszusenden, da wo es gefragt ist, aber sie war ebenso zu großer Delikatesse und Subtilität fähig. Ihre ausgeglichenes legato in der Szene, wenn sie davorsteht, ihre Kinder zu töten, war fesselnd. Dies war eine geborene Norma: eine Vorstellung fürs Schatzkästlein.

Ian Graham, www.ballet.co.uk , März 2005

Ian Graham nominierte Hasmik in seiner Bestenliste "My Opera Highlights for 2005" für ihre Amsterdamer Norma als "Female Newcomer of the Year".



Eine moderne Diva

Der armenischen Sopranistin Hasmik Papian, die für Nelly Miricioiu einsprang und auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause ist, gelang eine sehr zufrieden stellende Norma. Die Stimme, deren Timbre mal samtig weich ist, mal von schönem Metall, besitzt die nötige Beweglichkeit und Länge des Atems. Indem sie der Rolle stolze Figur verleiht, drückt die Künstlerin die verschiedenen Gefühle aus, die die Titelheldin durchläuft.

Luxemburger Wort, März 2005


Sopraan Papian derde in titelrol opera Norma

Papian verving in Rotterdam al eens de zieke Nelly Miricioiu in een concertante Norma, dus haar komende optredens, tot Miricioiu weer beter is, staan in een traditié. Papian heeft een grotere stem dan de strak zingende Aliberti in de tweede helft van de première, maandagavond. Papian kent de al vele malen gezongen rol en kan die in de omstreden enscenering van Guy Joosten na haar entree als de diva Maria Callas ook na wat snelle instructies al perfect acteren. Ze bouwt haar Norma capabel op met lyrische maar ook furieuze passages, beweeglijker en temperamentvoller ogend dan Miricioiu. In de weinig stijlvolle, luidkeelse voorstelling is ze verreweg de beste.

NRC Handelsblatt, März 2005


Infortunios bellinianos

Hace treinta años, la primera producción de Norma despues la Segunda Guerra Mundial fue uno de los mayores desastres de la historia de la Ópera de los Países Bajos antes de la inauguración del Muziektheater ... incluso Cristina Deutekom, por mucho que lo intentara, no fue capaz de salvar aquella tarde.

El 7 de marzo 2005, el estreno de Norma en la nueva época de la Ópera de los Países Bajos fue quizás el mayor desastre que ésta haya sufrido nunca. Esta vez, como protagonista Nelly Miricioiu probablemente tuviera la peor tarde de su vida profesional. Afortunadamente, Lucia Aliberti, que había cantado los últimos ensayos entre bastidores, cantó el segundo acto pero fue obvio que no estaba cómoda con un papel que había interpretado muy pocas veces en el escenario.

Seis días más tarde las cosas habían mejorado, ya que en la segunda representatción la armenia Hasmik Papian sustituyó a las otras dos, y cantó con una voz tranquila, seguridad musical y una convicción dramática que parecía contradecir el hecho de que hubiera tenido unos cuantos días para ensayar.

Scherzo, April 2005

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Jubel für Papian

Als Norma gab Hasmik ihr Debüt an der Wiener Volksoper. Das Lob für Hasmik Papian war einhellig. Mühelos meisterte sie die dreigestrichenen C’s, schattierte selbst bei hohen Tönen noch dynamisch. Auch die lyrischen Passagen besaßen jenes Maß an Belcanto-Qualität, das für diese Musik unabdingbar ist.

Heilbronner Stimme, 1998


Die beste aller möglichen Normas

Eine mehr als freudige Überraschung. Die Armenierin Hasmik Papian erwies sich als fast makellose Interpretin der Titelrolle. Ihr kühl timbrierter Sopran besitzt ausreichende Elastizität, findet immer wieder zur richtigen Plastizität des Klanges in den so unterschiedlichen Ausdruck fordernden Passagen, verliert nur in den obersten Lagen an Variabilität der Klangschattierung und muß nur in den extremen Tiefen Druck erzeugen. Die Stimme erwies sich daher in der ruhig dahinströmenden „Casta Diva“-Arie eindrucksvoll.

Das Opernglas, Hamburg, 1998

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Wunderbare Hasmik Papian

Es war ein andauerndes Glück, dieser wunderbare Künstlerin zuzuhören, die die Rolle weniger als Tragödin – wie Callas – anlegt, sondern lieber ihrem eigenen Temperament treu bleibt, das vor allem ins Elegische spielt. Eine biegsame Stimme, immaterielle hohe Töne, eine vollkommene Gesangslinie, ein unendlicher Atem, ein Timbre, das uns ohne Unterlaß bewegt: Das alles hat uns eine unvergeßliche „Casta Diva“ beschert. Die 8.350 Zuschauer hielten den Atem an, um besser die Vollkommenheit dieser Arie genießen zu können, die fast wie ein Murmeln beginnt und der superben Stimme von Hasmik Papian erlaubt, nach und nach mit totaler Leichtigkeit und völliger Stilsicherheit abzuheben. Sie hat uns von Anfang bis Ende glücklich gemacht mit ihrer reinen, fast immateriellen Schönheit.

Le Figaro, Paris, August 1999



ERNANI


Endlich wieder ein großer Verdi-Sopran

Konzertante Aufführung von Verdis ERNANI an der Flämischen Oper Antwerpen: die drei Hauptdarsteller waren erstklassig. Mit Hasmik Papian (Elvira) betritt endlich wieder ein großer Verdi-Sopran die Bühne – stilistisch perfekt beherrschte sie das ganze Spektrum von pianissimo bis fortissimo und verfügt zudem über genügend Volumen.

Orpheus, Hamburg, 1998


NABUCCO


Glücklich neubesetzt

Die Wiederaufnahme der Dresdner Staatsoperninsze-nierung von Peter Konwitschny in der Semperoper besaß eine glückliche Hand: Paolo Gavanelli (Nabucco) und Hasmik Papian (Abigaille) feierten, neben der Staatskapelle und dem Chor, die größten Triumphe ... Mit südländischer Leidenschaft Hasmik Papian, die die starken Emotionen mit stimmlicher Artistik und innerer Spannung unmittelbar auszuleben schien, aber auch die verwundete, leidende Seele mit adäquaten Mitteln glaubhaft zu gestalten wußte.

Dresdner Neueste Nachrichten, 7. Januar 2005


Emotionen und Effekte

Die Semperoper zeigt die Wiederaufnahme von Verdis „Nabucco“ … Kraftvoll exzentrisch gibt Hasmik Papian Nabuccos Gegenpart Abigaille. Die armenische Sängerin, in dieser Partie zwischen Mailand und Tokio zu erleben, ist erstmals in Dresden.

Sächsische Zeitung, 7. Januar 2005


Ein Klangfest in Dresden

in einer Repertoirevorstellung, breiten sich Glanz und Segen pur aus in der Sächsischen Staatsoper. Seit 1996 steht Verdis ‘Nabucco’ in einer Inszenierung von Peter Konwitschny auf dem Spielplan. Konwitschnys Modernisierung des Werkes wurde seinerzeit kontrovers aufgenommen. Noch immer verunsichert seine aktualisierte Sicht auf die Konflikte des Volkes Israel mit dem Babylonierkönig gehörig. Letztlich aber ist der provozierte Widerspruch produktiv, führt er doch in eine politische, religiös verbrämte Gemengelage, durch die sich zudem persönliche und erotische Beziehungsstränge winden, und den daraus entstehenden Konflikten, deren tödliche Unlösbarkeit jeden einigermaßen sensiblen Zeitgenossen betroffen macht.

Die 29. Aufführung seit der Premiere wird ein großer Abend. Marko Letonja tritt zum ersten Mal ans Pult der Staatskapelle und es beginnt zu knistern. Da geht ein Dirigent ans Werk, der weiß was er will. Vorzüglich das Zusammenspiel mit dem fulminanten Chor in den mitreißenden Ensembleszenen, und dann, tausendmal gehört, ‘Va pensiero, sull´ ali dorate’ – der Gefangenenchor – unsentimental doch berührend mit einem Piano des ganzen Chores am Ende das erschauern lässt.

Die enorm fordernden Hauptpartien sind glänzend besetzt. Paolo Gavanelli als Nabucco überzeugt durch die Kraft seiner Gestaltung. Wookyung Kim als Ismaele ist erneut das Tenorglück der Semperoper. Voller Noblesse und hoheitsvoller, priesterlicher Unnahbarkeit singt und spielt Georg Zeppenfeld den Zaccaria. Und die wunderbaren Damen! Hasmik Papian als Abigaille kennt keine Furcht vor den Abgründen dieser Wahnsinnspartie. Sie nimmt uns mit auf eine Reise in ihre zerrissene Seelenlandschaft mit einer Veilzahl von betörend schönen und ebenso vielen mutig der Grundierung geschuldeten Verzweiflungstönen. Christa Mayer gibt der Fenena sehr herzliche, zerbrechliche Klänge. Die Frauen überzeugen mit Temperament und Leidenschaft, vor allem stimmlicher Präsenz in allen Lagen. Verdi und Dresden, das ist eine Tradition. Es ist aber, eine solche Aufführung beweist es, keine verklärende Rückschau, es ist eine Tatsache. Was die Zukunft der Italiener in Dresden angeht, ist das Fundament gelegt für schönste Visionen.

Boris Michael Gruhl, 10.12.2006
www.klassik.com


Verdis „Nabucco“ im Cargo von Grenoble:
Heldenhaft!

In Grenoble herrscht derzeit der Zustand der Gnade. „Wenn er doch nur von Dauer wäre“, hat Laetitia Bonaparte gesagt. Die schöne Hasmik Papian in der Rolle der Abigaille steht ihren älteren Kaiserinnen Tebaldi oder Callas in nichts nach. Papian hat einen kraftvollen dramatischen Sopran mit großem Umfang; sie hat uns bewegende Augenblicke beschert, die Abigailles Leidenschaft für den Thron und für Ismael ganz und gar angemessen waren.

Affiches de Grenoble



LA TRAVIATA


Der Star des Abends

Der Star des Abends war die Sopranistin Hasmik Papian. Sie sang die Violetta mit lyrischer Anmut. Vom prickelnden Beginn einer Party spät in der Nacht bis hin zu ihrem tragischen Tod füllte Papian die Music Hall mit einem warmen, goldenen Ton und einer scheinbar mühelosen Technik. Ihre schauspielerisches Können verlieh der Figur die berührende Sinnlichkeit physischer Zerbrechlichkeit und emotionaler Verletzlichkeit.

The Cincinnati Post, August 2003

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Schönes Sterben

Der bezaubernde Bühnentod von Verdis „La Traviata“ wurde am Sonntagabend in der Oper Bonn auf wundervolle Weise von der jungen Sopranistin Hasmik Papian gestorben. Mit einer Klarheit, einer perlenden, nie angestrengt wirkenden Stimme und einer Fragilität, wie sie selten – auch von großen Namen – auf der Bühne zu erleben ist: Mädchenhaft, verzweifelt, anrührend. Stürmischer Applaus für Hasmik Papian als „La Traviata“. Wer diese Violetta nicht sterben sehen will, ist selber schuld.

Bonner Rundschau, 1994


Eine armenische Einspringerin
dominierte souverän als Violetta

Sie besitzt einen Sopran von bemerkenswerter Reinheit, den sie technisch sicher beherrscht und belcantistisch führt: In ihrem Vortrag, der veristische Effekte strikt meidet, dominiert die klare Gesangslinie. Als Titelheldin dominierte Hasmik Papian die Wiederaufnahme am Grazer Opernhaus. Die Armenierin, die im letzten Jahr eine Reihe wichtiger westeuropäischer Debüts (in Stuttgart, Hamburg und Wien) absolviert hat, ersetzte ihre erkrankte Grazer Kollegin.

Kleine Zeitung, Graz, 1995


Die Vielschichtigkeit einer Rolle

Mit der Armenierin Hasmik Papian war eine sehr feinfühlige, in ihren Bewegungen natürlich agierende Sängerin und Darstellerin am Werk. Mit einem ungemein weichen Timbre ausgestattet, gelang es Papian, Violetta in mehreren Ebenen darzustellen, die Vielschichtigkeit dieser Rolle zu präsentieren und damit ihre Partner allesamt im Regen stehen zu lassen.

Neue Zeitung, Graz, 1995


DON CARLO


Erlesene Momente mit Elisabetta
beim Festival Chorégies d'Orange

Was für ein Teufel war dieser Verdi mitunter, wenn er die stimmliche Typologie verkehrt (und der Mezzo hohe Töne singen muß, während der Sopran hinunter in die Tiefe muß). Nur Hasmik Papian ist wirklich ganz an ihrem Platz. Sie verkörpert eine unrettbar einsame Elisabeth, die, nachdem sie die Königinnenrobe gegen ihren Willen angezogen hat, in ihrer reichen Persönlichkeit mehr und mehr gebrochen wird, da ihr als Königin keine Neigung für den Infanten erlaubt ist.

Der Augenblick, in dem wir im letzten Akt Einblick in ihr Inneres erhalten („Tu che le vanità“), war ein reiner Augenblick des Erlesenen. Er kann sich messen lassen mit der entsprechenden Darbietung im Recital von Dame Gwyneth Jones (Classic Limited Edition), auf dem Zenit ihrer stimmlichen Kunst (1968)!

www.resmusica.com, 2001




AIDA


Der größte Erfolg der Saison

Drei ausverkaufte Vorstellungen von „Aida“ mit durchweg starker Besetzung. Vor allem die erste Amneris von Denyce Graves wurde mit Spannung erwartet. Doch der größte Erfolg der Saison war die Aida der Hasmik Papian. Sie war stimmlich sicher und schrieb jede einzelne Note in die Luft ein, übertönte die Klangmassen der Triumphszene und lag für das delikat gesungene Schlussduett flach auf dem Rücken.

Opera, London, 2003

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Metropolitan Opera: hervorragende Aida

Zum Glück wurde die Rolle von Hasmik Papian übernommen, die hervorragend sang, die Rolle überzeugend darstellte und (was ungewöhnlich ist an der Met in diesen Tagen) sogar vom Aussehen her einer äthiopischen Sklavin ähnlich sah. Sie sang ein zu Herzen gehendes „Ritorna vincitor“ und sank für „Numi pietà“, den letzten Abschnitt der Arie, wenn Aida verzweifelt die Götter um Rat und Mitleid anfleht, auf ihre Knie. Hasmik Papian steuerte sicher durch die schwierigen, exponierten Passagen, fachmännisch begleitet von Placido Domingo im Graben. Sie ließ einen geschmeidigen, warmen Ton vernehmen, der bis in die hinterste Ecke des Saales strömte und flutete, um in den großen Steigerungen majestätisch anzuschwellen.

newyork.citysearch.com, 1999

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„Aida“ – wirklich „celeste“

Das sind diese unvergleichlichen Abende, wenn so alles stimmt. Mit ihrer Aida gab Hasmik Papian ein fabelhaftes Debüt. Ihre Stimme ist wohltönend und nach oben aufblühend. Mit langem Atem gelingen ihr alle schwierigen Phrasen und auch ein duftiges pp. – Im Grunde fragt man sich: Warum erst jetzt? Die viel versprochene Volksopern-Norma Hasmik Papian hat für meinen Geschmack etwas lange gebraucht, bis sie vom Gürtel an den Ring kam. Würdig wäre Papian schon früherer und öfterer Auftritte gewesen. Auch in ihrer zweiten „Aida“-Vorstellung bewies Hasmik Papian, daß ihr gut platzierter Sopran nicht nur das kleinere Haus der Volksoper, sondern durchaus den Staatsopern-Raum dynamisch zu füllen imstande ist. Sie zeigt geschmackvolle Phrasierung in der Nil-Arie – dem technischen Prüfstein jeder äthiopischen Königstochter – hat Kraft, langen Atem und besitzt persönliches, wiedererkennbares Timbre. Wer bietet mehr?

Der neue Merker, Wien, 1999


Strahlender Sopran

Erneut seine Stärke entfalten konnte das Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Marcello Viotti in der Aida-Vorstellung am 28. November 1999, die die ganze musikalische Größe der Verdi-Komposition auslotete. Gesanglich leuchtete die armenische Sopranistin Hasmik Papian mit ihrem strahlenden Sopran als Aida heraus. Mit ihr erlebte der Opernbesucher die ganze Zerrissenheit in Seele und Herzen der äthiopischen Königstochter zwischen dem ägyptischen Feldherrn Radames und ihrer Vater(lands)liebe. Die junge Sängerin beherrscht ausgezeichnet die Kunst der Phrasierung, wie in ihrer Nil-Arie deutlich wurde.

opera.medianotes.com, 1999

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Leipzig: Kräftig und einhellig
der Jubel fürs Ensemble

Die Leistung von Hasmik Papian ist fulminant. Da gibt es den expressiven Ausbruch, die feste Höhe, das feine piano, alles mühelos verbunden, ein betörender Gesang von traumwandlerischer Sicherheit.

Orpheus, Mai-Juni 2004


Der wahre Star am Nil

Leipzig: sehr hohes stimmliches und musikalisches Niveau bei „Aida“ am Opernhaus. Ein wahres Glück, daß man für die Titelrolle über die Sängerin Hasmik Papian verfügen konnte, die wenige Tage vor der Premiere für die ursprünglich vorgesehene, indisponierte Besetzung einspringen mußte. Dieser hervorragende dramatische Sopran setzte sich mit beeindruckendem Volumen und großer stimmlicher Kraft durch, beherrschte das gesamte Vokalensemble und wurde so zum wahren Star am Nil. Dessen ungeachtet fehlte es der armenischen Sängerin nicht an großer stimmlicher Differenziertheit und großer Raffinesse in den Piano-Stellen, die so zum Gegengewicht zu den Momenten großer dramatischer Intensität wurden.

L’Opera (Mailand), April 2004



Diese Augen erobern ab sofort Leipzig!

Bild-Zeitung, April 2004


Die berühmte Nilszene strahlt ungewöhnliche Intensität aus. Dazu trug am Premierenabend vor allem die volltönende, expressive Stimme Hasmik Papians bei.

Mitteldeutsche Zeitung, April 2004


Gold in der Kehle

Stimmlich wie technisch über jeden Zweifel erhaben: Papian beherrscht sie noch, diese weiten, inhaltlich gespannten Legato-Bögen des Belcanto. Ihr Timbre ist atemberaubend, ihre Kraft beinahe beängstigend – und sie zeigt, daß sie ganz oben noch ganz leise singen kann.

Leipziger Volkszeitung, April 2004


Musikalisch ein Fest, April 2004

Prachtvoll gesungen: die armenische Sopranistin mit einer unglaublich kraftvollen Stimme, die in weit gespannten Bögen ausschließlich dem Publikum den Atem raubt.

Sächsische Zeitung, April 2004


Hasmik Papian in der Titelpartie findet die rechte Dosis gefühliger Zerrissenheit. Vielleicht ist sie diejenige, für die sich ein Ausflug in die Leipziger Oper lohnen könnte.

Freie Presse, April 2004

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Vredenburg te klein voor klankgeweld Aida

Kon het daker maaraf, dachtikgisteravond tijdens Valery Gergjevs concertante uitvoering van Verdi’s opera Aida in muziekcentrum Vredenburg. Gergjev joeg de solisten bij wijlen dwars door dit klanggeweld van koor en orkest. Het waren vooral mezzosopraan Olga Borodina (Amneris) en sopraan Hasmik Papian (Aida) die deze gevoelige momenten op fenomenale wijze ten gehore brachten. Hoe schitterend zacht je in Vredenburg kunt zingen liet Papian meermalen overtuigend horen.

Utrecht Newspaper,1999

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Riesengroße Karriere

Als Aida tritt heute – leider nur ein einziges Mal – die sensationelle Hasmik Papian aus Wien auf. Wir haben diese herausragende Sängerin und sehr schöne Frau gestern in der Probe gehört und können ganz bestimmt bescheinigen, daß die riesengroße Karriere, die ihr nach ihrer Zeit am Großen Theater in Warschau zuteil wurde, völlig verdient ist.

Polnischer Rundfunk, Warschau



OTELLO


Wie die Scotto zu ihrer besten Zeit

Überwältigend die Stimme der Armenierin Hasmik Papian als Desdemona, mit gewinnender Ausstrah-lung, vokal reich an Körper, Dichte und Süße wie ein echter soprano spinto, mit der Phrasierung und den "piano"-Endungen eines lyrischen Sopran. In der letzten Szene erinnerte sie mich an die Scotto in ihren besten Zeiten.

ABC, Sevilla, Oktober 2002


...brillant Hasmik Papian, mit einer Stimme von großer Dichte und dunkler Tönung, mit einer großen dramatischen Ausdruckskraft...

Diario de Sevilla, Oktober 2002


Einfach sensationell

Hasmik Papian's Desdemona erschien in der Rollenzeichnung eher kühl, eine Interpretation, die sehr gut mit ihrer großen Stimme - sie hat Norma und Nabucco gesungen - und mit ihrem dunklen Timbre zusammenging. Sehr präzise in den Duetten mit Otello, erreichte sie ihren Höhepunkt während des concertato im Finale des dritten Aktes, „A terra, si, nel livido fango“ wo sie einfach sensationell war; die Rolle schien ihr fast zu klein in der allerletzten Szene des „Ave Maria“, die sie mit Leidenschaft sang.

El Mundo, Sevilla



VERDI-REQUIEM


Bewunderswerte Sopranistin Hasmik Papian

Großer Abend in der Oper von Nizza! Ein leidenschaftlicher und Leidenschaften erregender Abend, ganz in der Tradition der Kunst der Oper! Das „Requiem“ von Verdi, dieses kraftvolle Werk, grandios und monumental, wurde vom Orchestre Philharmonique de Nice, dem Opernchor und einem renommierten Solisten-Quartett, das von der bewundernswerten Sopranistin Hasmik Papian dominiert wurde. Schon für sie allein hätte sich der Besuch der Aufführung gelohnt. Ihr zur Seite Ildico Komlosi, Neil Shicoff und Julian Konstantinov.

Nice Matin, 2000



TOSCA


Tosca sonnt sich im Jubel

Das musikalische Schwelgen hält an. Im Essener Aalto-Theater begleiteten Jubel, Pfiffe der Begeisterung und Bravorufe die Wiederaufnahme der „Tosca“. Der überschwängliche Beifall galt einer Besetzung von weltstädtischem Niveau. Hasmik Papian, die in Stuttgart, Hamburg, Wien und an der Mailänder Scala gastiert, sang die Titelpartie voller Hingabe an üppige Melodik und inbrünstige Leidenschaft. Ihr glanzvoller, sicher geführter Sopran, auch in den Höhen klar und gelöst, harmonierte auf ideale Weise mit dem kraftvollen Heldentenor von Janez Lotric.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen


Mit anderen Vorzeichen

Hasmik Papian und nicht, wie ursprünglich angekündigt, Gabriele Schnaut, sang die erste Tosca dieses Jahres im Haus am Ring. Nicht mit dramatischer Attitüde, sondern mit einer sich immer mehr steigernden Leidenschaft zeichnete Hasmik Papian, die junge armenische Sopranistin, die Titelrolle dieses Puccini. Und weil sie dabei auch vokal eine beinahe makellose Leistung bot, vereinte sie schließlich den meisten Beifall dieses Abends auf sich.

Die Presse, Wien


LA BOHÈME


Neue Stimmen für „La Bohème”

Bei der Vorstellung „La Bohème“ an der Washingtoner Oper am Donnerstag gab es zwei Debüts. Die Hauptrollen wurden von Hasmik Papian (Mimì) und Antonio Lotti (Rodolfo) gesungen. Ihre abgerundeten Töne in der hohen Lage und eine ausgezeichnete Ebenheit über den gesamten Stimmumfang treten musikalische Qualitäten zur Seite, die die Sopranistin weit bringen werden. Die beste Beziehung entwickelte sich nicht zwischen den Geliebten auf der Bühne, sondern zwischen dem Dirigenten Daniel Oren und Hasmik Papian. Oren hielt die Pause in der berühmten Arie „Mi chiamano Mimì“ mit sicherem Theaterinstinkt gerade lang genug aus – eine unwirkliche Ewigkeit lang, so daß der Herzschlag aussetzt und man den Atem anhält, bis er das Publikum mit dem Abschlag wieder losläßt und ganz leise in den B-Dur-Akkord übergeht. Mit Hasmik Papians süßem Pianissimo, so hinreissend gesungen, war das ein Moment, der einem eine Gänsehaut einjagte.

The Washington Post, 1996



LA RONDINE


Vom Schauder der Schönheit

Silvester-Vorstellung in der Bonner Oper: Hasmik Papian gab ihr Debüt als Magda in Puccinis „La Rondine“. Für die Sopranistin armenischer Herkunft wurde die Rolle – wie schon als „Traviata“ oder „Donna Anna“ – zum großen Triumph. Kein Wunder, daß das Bonner Ensemblemitglied bald an der Scala singt ... Schon bald schwang sich die Schwalbe (Rondine) auf, öffnete ihre Stimme und – welche schöner Schrecken! – entführte mit ihrem luzid-kraftvollen Sopran in andere Sphären. Schauder der Schönheit.

Bonner Generalanzeiger,1997



SUOR ANGELICA


Splendid

Nicht die übliche Koppelung - aber diese eher originelle Kombination war nichts desto weniger überzeugend. Beide Opern („Suor Angelica“ und „Pagliacci“) waren stark besetzt; weit größere Häuser könnten stolz sein auf eine solche Besetzung. Hasmik Papian mit ihrer großartigen spinto-Stimme war eine bewegende Angelica, allerdings weniger friedfertig als üblich. In der Konfrontation mit ihrer Tante wurde sie nochmals zur Prinzessin. In ihrer Arie ließ sie wunderbar volle Töne fließen und endete doch mit dem weichen hohen A, das die Partitur vorschreibt: hinreißend.

Opera Today, April 2005


„Suor Angelica“ an der Lütticher Oper:
Raffinierte Besetzung

Hasmik Papian ist eine vorzügliche Angelica; ausgeglichen in allen Registern, weiß sie natürliche Anmut und dramatische Glaubwürdigkeit miteinander zu verbinden. Ihr „Senza mamma“ ist erschütternd.

La libre Bélgique, April 2005


Eine herrliche Stimme

Diese Oper – mit einfacher Handlung –, mit der Puccini den Gipfel seiner Kunst erreicht hat, wird gesungen von der armenischen Sopranistin Hasmik Papian in der Titelpartie; sie ist gefragt an den bedeutendsten Opernbühnen der Welt. Eine herrliche Stimme, ausdrucksstark, bewegend.

Cinemaniacs, April 2005


Große, elementare Leidenschaften

Die Interpretation der Sopranistin Hasmik Papian besaß alle Vorzüge, um zu überzeugen: Wärme, Schönheit des Timbres, Feinheit in den Nuancen und Kraft des Ausdrucks. Fiorenza Cossotto, die große Legende, verkörperte die Fürstin-Tante an ihrer Seite.

Le Soir, April 2005



PIKOWAJA DAMA (PIQUE DAME)


Eine aufregende Stimme
und eine gute Schauspielerin

Toronto: Die Canadian Opera Company setzte Tschaikowskijs „Pique Dame” auf den Spielplan, in einer Inszenierung der Welsh National Opera (Regisseur: Richard Jones). Ihre Stärken lagen eindeutig auf der musikalischen Seite: Hasmik Papian gab ihr Debüt in Kanada als Lisa; sie brachte ihre große, aufregende Stimme zum Einsatz und erwies sich als gute Schauspielerin. Für Vadim Zaplechny's Hermann war sie eine exzellente Partnerin.

Opera News, New York City, 2002

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Le triomphe magistral de la voix

À l’orée de l’été, sur la scène de l’Opéra Bastille, les mélomanes, amoureux de la voix ont retrouvé avec bonheur le pouvoir émotionnel que suscite la tessiture de la soprano arménienne dans le rôle de Lisa de l’opéra « La Dame de pique » de Tchaïkovski. Cette œuvre est un théâtre habité par une atmosphère d’inquiétante étrangeté, celle des régions les plus obscures de la psyché où les frontières mouvantes du réel interrogent la conscience et la connaissance pour résonner sur les images mentales d’un rêve intérieur ... Hasmik Papian interprète Lisa. La soprano s’identifie de toute sa sensibilité au rôle qu’elle incarne, coïncidant avec une évidence naturelle à cette jeune femme vulnérable et fragile pour délivrer au public la poésie et la grâce du personnage, mettant au service de l’opéra, l’éventail de sa maîtrise du chant, et son instinct théâtral. Avec une intelligence mêlée de pudeur et de sincérité, sa voix donne accès à l’intime par sa capacité à traduire les nuances de sentiments contrastés.
La courbe vocale exalte les accords secrets des troubles du cœur, se plie pour exprimer l’espoir ou la crainte, la mélancolie ou la douleur et dessine l’emmêlement sinueux des sentiments. La beauté transparente de son timbre aux accents déliés et clairs, lumineux dans les aigus, intenses dans les graves, traduit le frémissement de la musique. Les couleurs de sa palette vocale aiguisent un jeu subtil d’intensité pour atteindre la plus juste émotion et chemine à travers des sonorités tantôt fulgurantes et radieuses, tantôt sombres et désemparées.
Hasmik Papian chante ces figures d’amoureuses qui peuplent le répertoire du bel canto que la soprano défend de tout son art, répertoire qui magnifie le triomphe magistral de la voix, le plus sublime des instruments.

Marguerite Haladjian dans :
Ashkhar (Le Monde), juin 2005

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Ein großer Opernabend in Madrid

Die Erwartung war hoch, wie immer bei großen Opernabenden, an erster Stelle natürlich wegen Plácido Domingos Auftritt; es ist ein Privileg, Domingo in einer Oper wie dieser zu hören. Mehr als anerkennenswert an seiner Seite auch die Noblesse von Nikolai Putilin und die Sensibilität von Hasmik Papian.


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Hasmik Papian – eine einzigartige Sopranistin

Als sie die großen Opernbühnen eroberte, war ‚Aida’ so etwas wie ihre Visitenkarte. Sie verlieh der Rolle eine delikate und empfindsame Zerrissenheit, als Opfer einer Liebe, die sie angesichts ihrer Bestimmung als Prinzessin in den Augen der Welt schuldig werden läßt. Voller Kraft und Zartheit verkörperte sie nach e

Hasmik Papian - un soprano incomparable

‘Aida’ fut sa « carte de visite » à son arrivée sur les grandes scènes. Elle y apporta une délicatesse sensible et déchirée victime d’un amour coupable aux yeux de sa destinée de princesse. Pétrie de vigueurs et de tendresse elle incarna successivement Léonora (du Trouvère), Anna (de Don Giovanni), Desdémone (Otello), toutes partitions à laquelle cette artiste, à l’origine violiniste, appliqua le geste raffiné et vibrant qui porte l’élan de la voix traitée comme l’instrument, le plus noble entre tous. Elle entre alors au firmament du Monde lyrique, emplie de fougue et d’espérances.

Les Chorégies d’Orange nous offrent alors un de ses premiers pas en France. Elle obtient un triomphe, relayé par la télévision de France 2. La robe rouge d’Abigaille, la silhouette magnifique et hiératique qui l’animent, demeurent dans notre mémoire, telle une brûlante apparition, une trace d’extase inaltérable. Tant de charmes, tant de versatilités opportunes, pour un rôle si « méchant », interprété par un visage, une allure, une voix presqu’angéliques !?

Deux ans plus tard, ce fut « Norma ». Tant à Orange (remplaçante) qu’à Marseille. Olympienne ; sa Norma se révéla à la hauteur du chef-d’œuvre mythique de Vincenzo Bellini, dans sa fierté intransigeante qui se lézarde d’acte en acte, irrémédiablement jusqu’au paroxysme du masochisme féminin. Une autre fois à Orange, ce fut Élisabeth de Don Carlos, victime crucifiée du pouvoir absolue ; cette année Mathilde de Guillaume Tell à Paris. La voix, son ampleur, ses larmes contenues. L’émotion pure inondant la prosodie.

La femme en scène est majestueuse. Norma mûrit en elle ; aujourd’hui encore la jeunesse du regard, la fluidité de l’allure portent à l’ensemble des traits d’une fragilité essentielle à l’émotion. La cantatrice au timbre moiré et limpide joue de riches nuances et des inflexions innées d’une voix conduite musicalement à la perfection. Dotée d’une ample tessiture, l’aigu éclatant sonne et vibre sur la largeur, la longueur, en souplesse, passant au-dessus de l’orchestre par des appuis et un souffle infaillibles. Son énergie semble puisée au tréfonds d’une âme indéfectible.

Et pourtant les nuances chatoient, le vibrato reste souple et rebondissant. Son chant ne « déborde jamais », tant la prosodie est précise. Violence, cruauté, passion et fièvre. Moments élégiaques, moments d’abandon. Pour transmettre les affects d’héroïnes si divers elle sait adopter les conditions psychologique de femme, de mère ou d’amante et créer les climats d’humeurs et de réaction, avec une attention psychologique irréprochable.

Amalthée, Le Commercial du Gard (janvier 2004)